MTUT 2018 - 64km und 1700hm

Beitrag vom 16.07.2018 09:16 in Abenteuer , 2018

Gestern war es wieder soweit, der Maintal Ultratrail stand vor der Tür! Jetzt liege ich mit den schweren Beinen nach oben im Liegestuhl und lasse die letzten zwei Tage Revue passieren:


Freitag Mittag ging es los mit unserem Truck nach Veitshöchheim, um unsere Startunterlagen für den diesjährigen MTUT abzuholen.
Wir mussten nicht großartig darüber sprechen, unsere Laune gab sofort zu verstehen, dass wir beide mit sehr gemischten Gefühlen an die Sache gingen. Wir wussten unsere Vorbereitung war sehr mager, nicht mal 500km dieses Jahr gelaufen, kaum auf Trails und dann so ne Nummer, dazu immer wieder Timos Knieschmerzen und auch der Knöchel gab keine Ruhe...
Egal den Freitag ließen wir gemütlich in unserem Dachzelt auf einem urigem Weingut zu Ende gehen.
Am nächsten morgen fühlten wir uns gut, völlig stressfrei machten wir uns startklar.
Kurz nach halb Sieben ging es durch die kontrolle der Pflichtausrüstung (ErsteHilfepaket, 1 Liter Wasser & Handy mit Notfallnummer mussten dabei sein), zum Briefing. Dieses Jahr waren deutlich mehr Läufer am Start da dieses Jahr beim MTUT die Deutschen Meisterschaften im Ultralauf ausgetragen wurden.
Um 7 Uhr fiel der Startschuss.

Da war es wieder das gefürchtete Schild: „noch 60km“ ? Motivation oder doch Demotivation?
Es lief recht gut, essen und vor allem viel trinken bei der Hitze hatten wir gut im Griff. Bergab machten sich schnell die Oberschenkel bemerkbar, oder besser gesagt, das mangelnde Training! Selbst dran Schuld!
Schrecksekunde nach ca 25km. Timo hat sich eine Wurzel in den Schuh gestochen, konnte sich geschickt abfangen. Schuh kaputt, knapp am Fußzeh vorbei! Glück gehabt!
Weiter ging’s.
Nach nem Marathon in etwa hat’s mich dann erwischt, keine Ahnung auf einmal lag ich im Wald, schön auf die Hüfte gepurzelt. Das Adrenalin lies mich aber immerhin 5km schmerzfrei weiterlaufen.
Wir schafften uns von Verpflegung zu Verpflegung. Großes Lob, alles top organisiert, es hat an nix gefehlt!!! ?
Leider kamen irgendwann zu Timos Knieschmerzen auch Knöchelschmerzen und er sagte an der Vorletzten Verpflegung das es wohl vernünftiger wäre Auszusteigen. Wir starteten zwar noch Gemeinsam von der Verpflegung doch er konnte erst mal nur noch gehen, ein böser Blick (ich weiß, nicht so gemeint, da eigentlich nur schmerzverzerrt...) verriet mir, alleine weiter zu laufen.
Doch ich wusste, Vernunft gab es bei Timo nicht und so war klar, dass er das durchzog. An der letzten Verpflegung raunte er nur: lieber Tot als DNF Die letzten Kilometer waren grenzwertig...beim ersehnten Schild „noch 3km“ liefen die Tränen. Schmerz oder Freude?!
Dann war er da, der Zieleinlauf!
Yesssss geschafft!

Kurz darauf kam auch Timo...du Kämpfer. Bin so stolz auf dich!
Stolz aber schmerzverzerrt machten wir uns nach kurzer Erholung auf den Heimweg.

Ein geiles Event!
Die Strecke ist wirklich perfekt ausgeschildert, führt auf dem ersten Teil immer, mit Traumhaften Ausblicken, am Maintal entlang! die Zweite Hälfte verläuft dann parallel zum Maintal im Hinterland. Die Strecke wechselt immer wieder zwischen Trails Wald und Wiesen Wegen, Teer hat man nur ganz selten unter den Laufschuhen. Die 1700 Hm verteilen sich wirklich über die ganze Strecke, das man ein stetiges auf und ab hat! Ganz Großes Lob an die vielen Helfer an der Strecke und den Verpflegungspunkten, die bei der Hitze immer freundlich um uns kümmerten und für ausreichend Nachschub an Flüssigkeit sorgten!!! MTUT ein Pflichttermin auch 2019